Zusätze einer Börsenorder
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Orderzusätze

Wer eine Order zum Kauf oder Verkauf an einer Börse erteilt, wird meistens mit einer Reihen von Orderzusätzen konfrontiert. Was sind dies für Orderzusätze? Was bedeuten diese Orderzusätze? Welchen Zweck haben diese Orderzusätze?

Mit Orderzusätzen wird bei der Ordererteilung festgelegt, wie der Kauf oder Verkauf von Wertpapieren an einer Börse ausgeführt werden soll. Hierfür gibt es diverse Möglichkeiten, die nun näher erläutert werden:

Market-Order bzw. Limit-Order

Grundsätzlich gibt es zwei Ordertypen für die Erteilung eines Kauf- oder Verkaufauftrages, nämlich

die Market-Order
und
die Limit-Order.

Der Standard ist eine ‚nackte’ Market-Order ohne irgendeinen Orderzusatz. Eine solche ‚nackte’ Market-Order ist somit unlimitiert und wird zum bestmöglichen Kurs ausgeführt. Bei einem Kaufauftrag in Form einer Market-Order werden die Papiere billigst, d.h. zum geringstmöglichen Kurs, gekauft. Bei einem Verkaufauftrag in Form einer Market-Order werden die Papiere bestens, d.h. zum höchstmöglichen Kurs, verkauft.

Bei einer Limit-Order dagegen gibt der Auftraggeber als Orderzusatz eine Kursober- bzw. -untergrenze vor, bis zu bzw. ab der der die Limit-Order ausgeführt werden soll.

Beispiel

Angenommen es sollen 100 Aktien der ABC AG über die Computerbörse XETRA in Frankfurt zur Handelszeit erworben werden und der Kurs der ABC AG liegt im Moment bei 50 Euro.

Erteilt man nun seiner Bank als Market-Order den Kaufauftrag für XETRA, dann erhält man die beauftragten 100 Aktien zu dem Preis, der als günstigster derzeit verfügbar ist. Das kann dann durchaus ein höherer Kurs sein. Zudem müssen Orders nicht unbedingt zu einem einzigen Preis ausgeführt werden, d.h. es können durchaus mehrere Teilausführungen zu verschiedenen Preisen erfolgen. So könnte es vorkommen, dass man nun 50 Aktien zum Preis von 50,10 Euro und 50 Aktien zum Preis von 50,11 Euro erhält.

Mit einer Limit-Order können Sie den Kaufpreis nach oben begrenzen, etwa auf maximal 50,10 Euro.


Limit-Orders sind immer dann zu empfehlen, wenn man nicht mit einem Ausreißerkurs bedient werden möchte, der schnell bei geringem Umsatzvolumen oder bei großen Kursschwankungen vorkommen kann.
Market-Orders sind immer dann zu empfehlen, wenn an schnelle Ausführung gelegen ist und man das Risiko einer Nichtausführung wegen eines verfehlten Limits aufgrund eines nicht zutreffenden Orderzusatzes, z.B. wegen eines verfehlten Limits, vermeiden möchte.

Weitere Orderzusätze

Für beide Ordertypen gibt es weitere Orderzusätze, die Ordergültigkeit, die Orderausführungsvorgabe und die Stop-Anweisung, die Handelsphase sowie Mischformen.

Anmerkung: Einen Orderzusatz  bester Broker gibt es jedoch nicht!

Ordergültigkeit

Mit dem Orderzusatz ‚Ordergültigkeit’ spezifiziert man, wie lange eine erteilte Order gültig sein soll. Man unterscheidet hierbei zwischen Tagesgültiger, datumsbezogener und unbefristeter Gültigkeit.

Eine tagesgültige Order (good-for-day-order) gilt nur für den Handelstag, an dem die Order aufgegeben wurde.

Eine datumsbezogene Order (good-till-date-order) gilt bis zu dem vorgegebenen Datum.

Eine unbefristete Order (good-till-canceled-order) gilt so lange, bis sie ausgeführt oder manuell annulliert oder nach Ablauf einer Frist von meist 90 Tagen oder zu einem technischen Stichtag gelöscht wurde.

Orderausführungsvorgabe

Für die eigentliche Ausführung gibt es zwei begrenzende Orderzusätze, Fill-or-Kill-Order und Immediate-or-Cancel-Order.

Ein Fill-or-Kill-Auftrag wird entweder vollständig ausgeführt oder ignoriert. Ist also eine vollständige Ausführung nicht möglich, so verfällt die gesamte Order.

Ein Immediate-or-Cancel-Auftrag muss hingegen bei Vorliegen vollständig oder teilweise ausgeführt werden. Auch im Falle einer Teilausführung erlischt die Order.

Für unser Beispiel heisst das:

Stattet man den Kaufauftrag über 100 Aktien der ABC AG mit einem Fill-or-Kill-Zusatz und einem Limit von 50,10 Euro aus und werden am Markt nur 50 Stück zu 50 Euro und 25 Stück zu 50,10 Euro angeboten, also insgesamt nur 75 Stück, dann wird die Order nicht ausgeführt.

Hat man jedoch diese Order statt mit dem Fill-or-Kill-Zusatz mit einem Immediate-or-Cancel-Zusatz versehen, dann bekommt man bei gleicher Angebotsseite wie eben 50 Stück zu 50 Euro und 25 Stück zu 50,10 Euro. Der Überhang von 25 Stück wird gelöscht.

Ohne Limitvorgabe hätten man vielleicht zudem noch die restlichen 25 Stück zu 50,15 Euro erhalten.

Der Orderzusatz Fill-or-Kill kann bei einem Kauf sinnvoll sein, bei dem man befürchtet, eventuell nur eine sehr geringe Stückzahl zu bekommen. Damit lassen sich unverhältnismäßig hohe Transaktionskosten vermeiden. Oder man will als Verkäufer verhindern, dass aus einer runden Stückzahl an Papieren einige wenige herausgekauft werden.

Die Orderzusätze ‚Fill-or-Kill’ und ‚Immediate-or-Cancel’ schließen jedoch keine Teilausführung einer Order aus!

Stop-Anweisung

Eine Stop-Market-Order ist ein Auftrag zum Kauf oder Verkauf, der bei Erreichen einer bestimmten, als Orderzusatz vorgegebenen Kursschwelle als normale Market-Order aktiviert wird.

Eine Stop-Sell-Order ist eine Stop-Market-Order zum Verkauf eines Handelsobjektes. Der vorgegeben Stop-Kurs liegt hierbei unter den gegenwärtigen Kurs. Die Order tritt nur dann in Kraft, wenn das Handelsobjekt zum Stop-Kurs oder darunter gehandelt wird. In diesem Fall wird die Stop-Sell-Order dann zu einer Bestens-Verkaufs-Order. Da man Stop-Sell-Orders meist zum Zweke der Verlustbegrenzung einsetzt, nennt man sie auch als Stop-Loss-Order.

Analoges gilt für eine Stop-Buy-Order, die eine Stop-Market-Order zum Kauf eines Handelsobjektes ist. Bei einer Stop-Buy-Order wird der Stopkurs über den gegenwärtigen Kurs gesetzt. Die Order tritt nur dann in Kraft, wenn das Handelsobjekt zum Stop-Kurs oder darüber gehandelt wird. In diesem Fall wird die Stop-Buy-Order dann zu einer Billigst-Kauf-Order. Eine Stop-Limit-Order ist eine mit einem Limit versehene Stop-Market-Order.

Das bedeutet:

Nach Erwerb von 100 Aktien der ABC AG zu 50,10 Euro steigt die Aktie zunächst bis auf 55 Euro und gibt dann wieder etwas nach. Um den Kursgewinn nicht vollständig zu verlieren, setzt man eine Stop-Sell-Order bei 53,50 Euro. Wird dieser Kurs erreicht oder unterschritten, wird die Verkaufs-Order bestmöglich ausgeführt.

Liegt die Aktie der ABC AG liegt bei 40 Euro, so könnte man basierend auf der Einschätzung, dass die Aktie mittelfristig ein großes Potential nach Oben hat, und auf dem Vorhaben, erst bei Kursanstieg einen Einstieg in die Aktie vorzunehmen zu wollen, eine Stop-Buy-Order z.B. bei 42 Euro setzen.

Befürchtet man bei dieser Konstellation, dass der Kurs ggf. zu stark reagieren könnte, so kann man die Stop-Buy-Order zudem noch mit einem Limit bei 43,50 Euro ausstatten.


Achtung:
  • Kurzfristige entgegengesetzte Kursausschläge können trotz eines anhaltenden Kurstrends eine Stop-Order auslösen.
  • Ein vorgegebener Stopkurs ist nicht automatisch der Ausführungskurs einer Stop-Order!

Handelsphase

Mit dem Orderzusatz ‚Handelsphase’ kann man festlegen, ob eine Order im fortlaufendem Handel und in einer bestimmten Auktion ausgeführt werden soll.

Im fortlaufenden Handel werden während der Handelszeit fortwährend aktuelle Kurse festgestellt und vorliegende Order ausgeführt, sobald ein passendes Gegenangebot vorliegt.
Bei den Auktionen hingegen werden sämtliche vorliegenden Kauf- und Verkaufsaufträge zusammengefasst und gegenübergestellt. Derjenige Kurs, zu dem das größte Volumen gehandelt werden kann, bildet den Einheitspreis.

Mischformen

Eine Spezialität ist die Market-to-Limit-Order, bei der die Order gegen das preislich beste vorhandene Angebot ausgeführt und der restliche Teil des Auftrags mit einem Limit zur Ausführung eingestellt wird. Hierdurch kombiniert man eine höhere Wahrscheinlichkeit der Ausführung mit einer gewissen Preissicherheit durch das Limit.

Eine weitere Spezialität ist die Iceberg-Order, die dazu dient, ein großes Ordervolumen via Salamitaktik in kleinen Bruchstücken am Markt einzustellen. Hierdurch wird eine vorzeitige, extreme Kursreaktion vermieden.




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